Gut auswählen & pflegen
Dein Kind für Winter und Schnee anziehen, ohne alles neu zu kaufen




Der erste Ausflug in den Schnee steht bevor. Du holst einen Schneeanzug hervor, findest nur einen Handschuh und die letztjährigen Stiefel wirken plötzlich winzig. Prüfe vor einer kompletten Neubestellung, was noch passt, weitergegeben werden kann und wirklich fehlt.
Gehe bei Winterkleidung von den tatsächlichen Wegen aus. Der Weg zur Kita, Spielen draussen und ein Schneetag erfordern nicht unbedingt dasselbe. So bereitest du die Ausstattung vor, mit Platz für Secondhand und einigen Prüfungen vor dem Kauf.

Zuerst Vorhandenes anprobieren
Hole die Winterkleider zusammen hervor und mache mit deinem Kind eine kleine Anprobe. Das Etikett «4 Jahre» sagt nicht, ob es sich in der Hose noch hinhocken kann oder ob die Ärmel beim Armeheben die Handgelenke bedecken.
Probiere die Stücke zusammen mit den vorgesehenen Schichten darunter. Lass dein Kind gehen, sitzen und sich bücken. Prüfe auch die Verschlüsse: Eine schwer auszuziehende Hose kann beim Toilettengang mühsam sein.
Bilde danach drei Stapel:
Tragebereit: Die Grösse stimmt, das Stück ist in gutem Zustand und für die geplanten Ausflüge geeignet.
Vorbereiten: Waschen, einen Knopf annähen oder einen Reissverschlussanhänger ersetzen.
Ersetzen oder weitergeben: Das Kleidungsstück ist zu klein, beschädigt oder nicht mehr für den Zweck geeignet.
So erhältst du eine genaue Bedarfsliste. Vielleicht fehlen nur eine Schneehose und Handschuhe, während Jacke und Fleece noch passen.
Mit Schichten flexibel bleiben
Für aktives Spielen in der Kälte hilft das Schichtenprinzip: eine erste Schicht, die Feuchtigkeit ableitet, eine wärmende Schicht und ein äusserer Schutz gegen Wind und Niederschlag. [1]
Für einen Schneetag eignet sich dafür vorgesehene Unterwäsche aus Wolle oder Synthetik besser als ein Baumwolloberteil, das Schweiss speichert. Ein Fleece kann wärmen, darüber schützen eine wasserdichte Jacke und Hose vor Schnee. [1]
Diese Funktionen müssen nicht drei einzelnen Kleidungsstücken entsprechen. Bereits isolierte Kleidung wärmt ebenfalls. [1] Passe die Schichten an Wetter, Aktivität und Wohlbefinden deines Kindes an, statt immer einen dicken Pullover hinzuzufügen.
Prüfe deshalb vor dem Kauf, was sich kombinieren lässt. Das Fleece vom Herbst kann unter einer geeigneten Jacke bereits seinen Zweck erfüllen.
Wähle nach euren tatsächlichen Schneetagen
Eine Familie mit wenigen Schneeausflügen setzt andere Prioritäten als eine, die jedes Wochenende im Schnee verbringt.
Frage für gelegentliche Ausflüge zuerst im Umfeld nach einem passenden Schneeanzug zum Ausleihen. Prüfe ihn und lass dein Kind ihn vor der Abreise anprobieren. Eine Leihgabe hilft weniger, wenn erst vor Ort der klemmende Verschluss oder die zu kurzen Beine auffallen.
Nimm dir bei häufigen Ausflügen mehr Zeit, Kleidung, Zustand und Pflegeaufwand zu vergleichen. Denke bei Schneeanzug oder Jacken-Hosen-Kombination an Pausen, Toilette und das selbstständige Anziehen. Bei einem Zweiteiler kannst du ein Teil einzeln ersetzen. Ein Anzug lässt sich je nach Öffnung einfach anziehen. Die Anprobe hilft bei der Entscheidung.
Frage für den Alltag auch Kita oder Schule, was gebraucht wird und dort bleiben kann. So vermeidest du doppelte Anschaffungen, die am Ende nur in der Tasche hin- und herreisen.

Gebrauchte Winterkleidung: beanspruchte Stellen prüfen
Ein schönes Foto von vorne zeigt nicht alles. Bitte vor Anfahrt oder Versand um Nahaufnahmen von Knien, Gesäss, Bündchen und Beinabschlüssen. Dort lassen sich Abrieb, Löcher und Reparaturen erkennen.
Nimm dir vor Ort einige Minuten, um:
Reissverschlüsse und Druckknöpfe vollständig zu öffnen und zu schliessen;
Futter, Nähte und innen sichtbare Nahtabdichtungen zu prüfen;
Gummizüge und Schneeschutz zu kontrollieren;
abgelöste Stellen, Risse und Reparaturen zu erkennen;
Grössenetikett und Pflegehinweise zu lesen.
Frage einfach: «Hat die Kleidung schon Wasser durchgelassen?», «Gibt es Reparaturen?» und «Wie wurde sie gepflegt?» Frage beim Fernkauf auch nach hilfreichen Massen und vergleiche sie mit einem aktuell passenden Kleidungsstück.
Saubere, wenig abgenutzte Kleidung beweist für sich allein keine Wasserdichtigkeit. Die Kontrolle verringert Überraschungen, ersetzt aber keine Angaben zu Modell und Zustand. Bleiben Antworten bei einem zum Trockenbleiben wirklich nötigen Stück unklar, kannst du darauf verzichten.
Hände, Füsse und Anreise mitplanen
Packe zur Unternehmung passende Wechselkleider ein, insbesondere trockene Socken oder Handschuhe. Bereite sie zusammen mit der Kleidung vor und nicht erst beim Aufbruch.
Beim Schlitteln sind Schuhe auch fürs Bremsen wichtig. Die BFU empfiehlt robuste, hohe Schuhe mit Profilsohlen sowie Helm und Rückenprotektor. Sie empfiehlt eine markierte Schlittelstrecke oder einen geeigneten Hang ohne Hindernisse und mit freiem Auslauf. [2] Warme Kleidung allein bereitet also noch nicht den ganzen Ausflug vor.
Ziehe im Auto die dicke Winterjacke aus, bevor du dein Kind anschnallst. Stelle Gurtsystem oder Sicherheitsgurt gemäss Sitz- und Fahrzeuganleitung ein. Der TCS erinnert daran, dass der Gurt möglichst nahe am Körper liegen muss. [3] Halte die Jacke griffbereit, um sie bei der Ankunft wieder anzuziehen.
Pflegen, bevor du über Ersatz entscheidest

Lass Kleidung nach dem Ausflug trocknen, bevor du sie wegräumst. Gehe beim Waschen vom Etikett aus. Für eine Funktionsjacke gelten nicht unbedingt dieselben Hinweise wie für einen Wollmantel.
Verschmutzungen können bei einer wasserdichten Jacke den Abperleffekt der Oberfläche beeinträchtigen. Lies vor dem Waschen das Etikett und wähle die erlaubten Einstellungen. Verwende bei Funktionsjacken, für die diese Hinweise gelten, keinen Weichspüler. Beachte auch die Trocknungsvorgaben: Temperatur und Wäschetrockner-Eignung lassen sich nicht auf jede Kleidung übertragen. [4]
Perlt Wasser aussen nicht mehr ab, muss die Jacke nicht sofort entsorgt werden. Lies zuerst die Herstellerhinweise und prüfe ihren Zustand. Ein Riss oder eine sich ablösende Membran lässt sich dagegen nicht einfach wegwaschen.
Die nächste Weitergabe schon vorbereiten
Ein Riss erfordert nicht immer einen Neukauf. Prüfe seine Lage und ob der Stoff rundherum noch stabil ist. Hole bei einer wasserdichten Membran oder stark abgenutzten Stelle Rat ein. Unser Ratgeber zum Reparieren von Kinderkleidung erklärt diese Entscheidung genauer.
Reinige und trockne am Saisonende, was du behalten, verleihen oder verkaufen möchtest. Lege zusammengehöriges Zubehör zusammen und notiere Mängel, solange du sie noch im Kopf hast.
Wenn du zu klein Gewordenes verkaufen möchtest, hilft dir unser Ratgeber zum Sortieren und Vorbereiten von Babysachen für den Verkauf beim Organisieren von Fotos und hilfreichen Angaben.
Beginne für diesen Winter mit einer Anprobe. Notiere danach fehlende Teile und Fragen vor dem Kauf. So findest du passende Kleidung, ohne jede Saison bei null anzufangen.
Loona bereitet eine Secondhand-Plattform für Familien in der Schweiz vor. Um über den Start informiert zu werden, kannst du dich auf die Warteliste eintragen.
Quellen
[1] Decathlon — Wie schützt du Kinder vor Kälte?
[2] Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) — Unfallfrei schlitteln
[3] Touring Club Schweiz (TCS) — Kinder im Auto richtig sichern
[4] Patagonia — Wie wäscht man eine wasserdichte Jacke?