Familienalltag & Organisation
Zu viele Spielsachen zu Hause: Wo anfangen?




Die Autos quellen aus dem Korb, Puzzleteile liegen in der Spielküche und dein Kind sucht genau das Spielzeug, das niemand findet. Du möchtest Platz schaffen, weisst angesichts der angesammelten Dinge aber nicht, wo du anfangen sollst.
Beginne mit einem einzigen Korb oder einer Ecke im Wohnzimmer. Prüfe, was noch genutzt wird, mache Spiele leichter auffindbar und entscheide schrittweise über den Rest.

Zu viele Spielsachen oder zu viele gleichzeitig zugängliche?
Beobachte vor dem Aussortieren zum Verschenken das Spiel deines Kindes. Findet es leicht, was es sucht? Kann es ein Spiel herausnehmen, ohne alles umzuwerfen? Liegen geliebte Spielsachen einfach unten im Behälter verborgen?
So unterscheidest du verschiedene Situationen: ein zu einfach gewordenes Spiel, ein Set mit verstreuten Teilen oder ein beliebtes Spielzeug ohne erreichbaren Platz. Dafür braucht es nicht unbedingt dieselbe Lösung.
Eine Studie mit 36 Kleinkindern verglich Spielsituationen mit vier oder sechzehn verfügbaren Spielsachen. Mit vier Spielsachen beschäftigten sich die Kinder länger mit jedem einzelnen und nutzten es auf vielfältigere Weise. [1] Das Ergebnis betrifft eine bestimmte Versuchssituation. Es legt keine ideale Gesamtzahl fest und garantiert zu Hause nicht dieselbe Wirkung. Es regt vor allem dazu an, über die gleichzeitig angebotene Auswahl nachzudenken.
Mit deinem Kind klein anfangen
Wähle eine leicht zusammenzutragende Kategorie: Puzzles, Fahrzeuge oder Spielküchenzubehör. Räume nicht das ganze Zimmer aus, wenn du nur wenig Zeit hast.
Schaut die Sachen gemeinsam einzeln an, soweit dein Kind verstehen und mitentscheiden kann:
Griffbereit behalten: Spiele, die es nutzt oder wiederfinden möchte.
Beiseitelegen: Dinge, die es behalten möchte, die aber warten können.
Weitergeben: Dinge, von denen ihr euch trennen möchtet.
Du kannst fragen: «Womit möchtest du gerade spielen?» oder «Bleibt das hier oder kommt es in die Schachtel für später?»
Wenn dein Kind unsicher ist, lege das Spielzeug vorerst beiseite. Du brauchst nicht für jedes Stück eine endgültige Entscheidung. Ein Geschenk oder ein mit Erinnerungen verbundenes Spiel kann mehr Zeit brauchen.

Einige Spielsachen wegräumen und eine Rotation ausprobieren
Lass die Lieblingssachen erreichbar und lagere einen Teil der übrigen an einem geeigneten Ort. Hole sie hervor, wenn dein Kind davon spricht oder ihr die Auswahl wechseln möchtet.
Für einen Versuch lässt du einige Spiele zugänglich und räumst die übrigen als vollständige Sets in beschriftete oder erkennbare Schachteln. Wenn ihr wechseln möchtet, holst du ein Set hervor und legst ein anderes beiseite. [2] Passe die Auswahl ohne festen Kalender an die Wünsche deines Kindes an.
Halte es einfach: Eine erkennbare Schachtel kann genügen. Verlangt dein Kind ein weggeräumtes Spielzeug, kannst du es zurückgeben. Gesucht ist eine passende Organisation, kein einzuhaltendes Wechselprogramm.
Den verbleibenden Spielsachen einen klaren Platz geben
Versuche vor einem Möbelkauf, Zusammengehöriges in vorhandenen Aufbewahrungen zu bündeln. Ein Behälter für Fahrzeuge, eine Schachtel pro Puzzle, zusammengelegtes Spielküchenzubehör: Wähle für dein Kind verständliche Kategorien.
Klebe für Kinder, die noch nicht lesen, ein Foto oder eine Zeichnung des Inhalts auf den Behälter, zum Beispiel ein Auto für Fahrzeuge. [2] Markiere bei Bedarf auch den Abstellplatz mit demselben Bild.
Teste die Ordnung gemeinsam: «Wohin gehört dieser Lastwagen?» Ist die Antwort nicht klar, ändere Kategorie oder Platz. Eine hilfreiche Ordnung muss auch funktionieren, wenn es schnell gehen muss.

Auswählen, was weitergegeben werden kann
Nimm die Spielsachen, von denen ihr euch trennen möchtet. Manche können an eine andere Familie gehen, verschenkt oder verkauft werden. Frage bei einer Einrichtung zuerst, welche Spenden sie unter welchen Bedingungen annimmt.
Prüfe Zustand und Vollständigkeit jedes Spiels vor der Weitergabe. Ein beschädigter Gegenstand oder ein Sicherheitszweifel muss geklärt werden. Verschenken löst das Problem nicht.
Für den Verkauf erklärt unser Ratgeber, wie du Babysachen für den Weiterverkauf vorbereitest, von der Prüfung über Fotos bis zur Beschreibung.
Du darfst auch ein Erinnerungsstück behalten. Es kann einen eigenen Platz bekommen, statt im Korb mit den Alltagsspielsachen zu bleiben.
Neue Ansammlungen vermeiden
Auch Bücher lassen sich bündeln und in kleiner Auswahl präsentieren. Vor einem Kauf helfen unsere Tipps zum Auswählen eines gebrauchten Bücherpakets, brauchbare Titel statt einer beeindruckenden Schachtel zu wählen.
Nutze nach dem Platzschaffen einen Geburtstag oder eine Frage von Angehörigen, um über passende Wünsche zu sprechen. Gib konkrete Anhaltspunkte:
«Gerade spielt unser Kind viel mit dem Bauernhof. Wenn du eine Idee suchst, können wir schauen, was noch fehlt.»
«Wir möchten Platz zum Spielen behalten. Hättest du Lust, bei einem gemeinsamen Geschenk mitzumachen?»
«Unser Kind würde sich über einen Nachmittag mit dir freuen. Ein gemeinsamer Ausflug wäre eine schöne Idee.»
Du kannst Secondhand vorschlagen, wenn es zur schenkenden Person und eurer Familie passt. Ein gemeinsames Geschenk oder eine Aktivität sind ebenfalls Möglichkeiten, keine neuen Regeln für alle.
Wähle heute einfach einen kleinen Bereich. Ein wieder vollständiges Spiel, eine freie Bauecke oder eine Entscheidung über wenige Dinge ist bereits ein konkretes Ergebnis.
Loona bereitet eine Secondhand-Plattform für Babys und Kinder in der Schweiz vor. Du kannst dich auf die Warteliste eintragen, um über die Eröffnung informiert zu werden.
Quellen
[1] Carly Dauch und Mitautorinnen und Mitautoren — The influence of the number of toys in the environment on toddlers’ play, Infant Behavior and Development, 2018.
[2] Naître et grandir — Spielsachen aufräumen, aktualisiert im Mai 2025.