Familienalltag & Organisation
Was brauchst du vor der Geburt deines Babys in der Schweiz?




Du öffnest eine Liste für die Babyausstattung und entdeckst Dutzende Dinge, von deren Existenz du nichts wusstest. Muss wirklich alles bereitstehen, bevor ihr aus dem Spital nach Hause kommt? Bereite zuerst vor, was dein Baby zum Schlafen, Wickeln, Anziehen und Trinken braucht, und organisiere den Heimweg. Alles Weitere hängt von eurem Alltag ab.
Es geht nicht um die perfekte Liste. Entscheidend ist, was bereit sein muss, was du ausleihen kannst und was sich nach der Geburt leichter auswählen lässt.
Beginne mit eurem Alltag statt mit dem Sortiment im Laden
Schau dich zu Hause um. Wo wird das Baby schlafen? Wo wirst du es wickeln? Wie organisierst du die Wäsche? Kannst du einen Kinderwagen ohne Hilfe die Treppe hinuntertragen? Diese Fragen helfen, verlockende Anschaffungen zu vermeiden, die bei dir keinen Platz finden.
Teile deine Wünsche danach in drei Spalten ein: vor der Geburt bereit, je nach unserer Situation auswählen, später nochmals prüfen. Derselbe Gegenstand kann je nach Familie in einer anderen Spalte landen. Ein einfach zusammenklappbarer Kinderwagen ist wichtig, wenn du Zug fährst. Er kann warten, wenn ihr zuerst eine Trage verwenden möchtet und damit gut zurechtkommt.
Die Grundlagen für die Rückkehr nach Hause
Ein einfacher, geeigneter Schlafplatz
Wähle ein für dein Baby vorgesehenes Bett oder eine Wiege mit passender Matratze. Die BFU empfiehlt die Rückenlage, ein freies Bett ohne Kopfkissen, einen passenden Schlafsack statt einer Bettdecke und eine ausreichend feste Matratze. [1]
Fülle das Bett nicht mit Dingen, nur damit es auf Fotos hübscher aussieht. Lege lieber Ersatzwäsche in Reichweite bereit. Prüfe Aufbau und Anleitung vor der Geburt: So fehlt euch am Abend der Heimkehr kein wichtiges Teil.

Alles zum Wickeln und Anziehen
Lege Windeln und Tücher bereit und richte einen stabilen, leicht zu reinigenden Wickelplatz ein. Alles Nötige sollte griffbereit sein. Die BFU empfiehlt, beim Wickeln immer eine Hand am Baby zu lassen. Wickeln auf dem Boden ist ebenfalls eine Möglichkeit. [1]
Beginne bei der Kleidung mit einer kleinen Auswahl an Bodys und Pyjamas für die jeweilige Jahreszeit. Schau vor dem Kauf nach, was du bereits geschenkt bekommen hast. Wenn du zu Hause unkompliziert waschen kannst, brauchst du möglicherweise einen anderen Vorrat als eine Familie mit gemeinsam genutzter Waschküche.
Die Checkliste für die ersten Monate hilft dir, diese Entscheidungen in eine Liste zum Abhaken zu übertragen.
Eine Grundlage fürs Füttern statt sämtlicher Extras
Plane passend dazu, ob du stillen, den Schoppen geben oder beides kombinieren möchtest. Frage im Spital nach, was empfohlen und bereitgestellt wird. Der genaue Bedarf und die Hinweise zur Zubereitung hängen von eurer Situation ab. Bevor du diese kennst, musst du nicht mehrere Geräte anschaffen.
Notiere, welche Käufe du nach der Heimkehr nochmals prüfen möchtest. Ein Hilfsmittel für ein tatsächliches Problem lässt sich leichter auswählen als ein Produkt, das du vorsorglich kaufst.
Der Heimweg
Wenn ihr mit dem Auto nach Hause fahrt, bereite den Kindersitz separat vor: ein geeignetes Modell, die Kompatibilität mit dem Fahrzeug und einen Probeeinbau. Bei einem gebrauchten Sitz empfiehlt der TCS insbesondere, Teile und Mechanismen zu prüfen und auf einen Sitz zu verzichten, der einen Unfall mitgemacht hat. [2]
Teste auch für andere Wege eure Organisation: Platz im Eingangsbereich, Treppenhaus, Kofferraum und die üblichen Verkehrsmittel. Unser Ratgeber zur Kinderwagenwahl für deinen Alltag hilft, die Anforderungen zu vergleichen, ohne mit einer Marke zu beginnen.

Kaufe jetzt, was du bereits sinnvoll auswählen kannst
Geschenke und geliehene Dinge können einen Teil der Liste abdecken. Kläre, was ab wann verfügbar ist, und notiere, was noch fehlt. «Wir bekommen ein Bett geliehen» reicht nicht, wenn die passende Matratze und die Befestigungen noch gesucht werden müssen.
Bei Kleidung und einfachem Zubehör hilft Secondhand, die Ausgaben zu begrenzen. Bei Ausstattung zählt mehr als das Aussehen: Bestimme das Modell, frage nach der Anleitung und prüfe Teile sowie Rückrufe. Der Ratgeber für gebrauchte Babyausstattung erklärt dieses Vorgehen genauer.
Was meistens warten kann
Ein Vorrat an Spielzeug, ein Hochstuhl für später oder mehrere Lösungen für denselben Zweck erleichtern die ersten Wochen nicht unbedingt. Halte solche Wünsche auf einer separaten Liste fest. Du kannst sie später nach Alter, Platz und tatsächlicher Nutzung neu beurteilen.
Stelle dir vor dem Kauf drei Fragen: Wann brauchen wir es, wo kommt es hin und was nutzen wir bis dahin? Bleiben die Antworten unklar, kannst du die Entscheidung wahrscheinlich verschieben.
Organisiere schliesslich auch Hilfe beim Kochen, Einkaufen oder Waschen. Das lässt sich nicht in den Warenkorb legen, kann die Rückkehr aber einfacher machen.
Eine Vorbereitung, die du anpassen kannst
Wenn die wichtigsten Bedürfnisse abgedeckt sind, lass etwas Spielraum im Budget und in den Schränken. Du musst nicht alle Gewohnheiten deines Babys vorwegnehmen. Eine neue Bestandsaufnahme nach der Heimkehr hilft, gezielter einzukaufen.
Loona bereitet eine Secondhand-Plattform für Familien in der Schweiz vor. Wenn du den Start mitverfolgen möchtest, kannst du dich auf die Warteliste eintragen. Bis dahin kannst du dieses Vorgehen auch auf geliehene Dinge, Börsen und Secondhand-Angebote in deiner Umgebung anwenden.
Quellen
[1] BFU — Sicherer Alltag mit Baby
[2] TCS — Tipps zum Kauf eines Kindersitzes