Budget & clever einkaufen
Gebrauchte Babykleider im Paket kaufen: Lohnt sich das Angebot?




Eine Schachtel mit 30 Kleidungsstücken für wenige Franken: Im Inserat scheint die Rechnung schnell gemacht. Aber wie viele davon passen deinem Baby zum richtigen Zeitpunkt? Ob sich ein Paket mit gebrauchten Babykleidern lohnt, hängt davon ab, was es im Kleiderschrank ergänzt und wie viel du insgesamt bezahlst.
Ein kleines, gut gewähltes Paket kann sich mehr lohnen als ein grosser Sack, aus dem du nur drei Bodys brauchst. So prüfst du das Angebot vor dem Kauf, ohne aus jedem Inserat eine Untersuchung zu machen.

Beginne mit dem, was noch fehlt
Schau dir vor der Suche die vorhandenen Kleider an: Was passt noch, was liegt in der nächsten Grösse bereit und was werden dir Angehörige ausleihen? Notiere konkrete Bedürfnisse, zum Beispiel «zwei Pyjamas und einige langärmlige Bodys», statt allgemein «Kleider für die nächsten Monate».
Berücksichtige auch das Waschen und Trocknen bei euch zu Hause. Eine gemeinsame Waschküche, häufiges Umziehen oder Ersatzkleider für die Kita können deine Liste verändern. Du brauchst keine allgemeingültige Stückzahl, sondern eine Ergänzung für euren Alltag.
Unser Ratgeber zum günstigen Einkleiden deines Kindes hilft dir, von den Kleidern auszugehen, die tatsächlich getragen werden.
Prüfe Grösse und Jahreszeit zusammen
Ein Paket «Geburt bis 12 Monate» kann Kleider für mehrere Entwicklungsphasen enthalten. Frage nach den einzelnen Grössen, möglichst mit den Zentimeterangaben auf den Etiketten. Vergleiche bei einem wichtigen Stück auch Länge und Breite mit einem Kleidungsstück, das deinem Baby bereits gut passt.
Verstehe die Altersangabe nicht als festen Zeitplan. Wenn du auf Vorrat kaufst, bleibt eine Unsicherheit: Du weisst nicht genau, wann das Stück passen wird. Stark saisonabhängige Kleider wie leichte Shorts oder ein dicker Overall verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit als ein Body, der sich leicht in euren Alltag einfügt.
Frage dich konkret: «Wenn diese Grösse früher oder später passt als gedacht, werden wir die Stücke trotzdem nutzen?» Lautet die Antwort für einen grossen Teil des Pakets nein, macht der tiefe Preis allein das Angebot noch nicht interessant.
Lass dir den Inhalt zeigen, nicht nur den Stapel
Auf einem Übersichtsfoto mit ausgebreiteten Kleidern erkennst du besser, was du kaufst. Frage, wie viele Bodys, Pyjamas und Hosen enthalten sind und welche Stücke Mängel haben. Ein Paket mit 20 «Artikeln» kann auch Mützen und Zubehör umfassen, die du nicht brauchst.
Achte auf Detailfotos oder bei der Übergabe auf Halsausschnitte, Schritt, Knie, Bündchen und Nähte. Probiere Druckknöpfe und Reissverschlüsse aus. Prüfe, ob die Gummizüge noch halten, und frage nach bleibenden Flecken oder Gerüchen. Derselbe sichtbare Mangel kann bei einer Spielhose weniger stören als bei dem Kleidungsstück, das du für einen bestimmten Anlass suchst.
Rechne eine Reparatur nicht als erledigt ein, wenn dir dafür Zeit oder Lust fehlen. Ein «leicht zu entfernender Fleck» bleibt ein Fleck, solange das Ergebnis nicht da ist. Du kannst das bewusst akzeptieren. Bewerte das Stück aber nicht gleich wie ein Kleidungsstück, das du direkt verwenden kannst.

Berechne die Kosten pro Stück, das du nutzen wirst
Zähle Paketpreis, Versandkosten und allfällige Gebühren des genutzten Dienstes zusammen. Teile die Summe durch die Anzahl Kleidungsstücke, die du voraussichtlich wirklich verwenden wirst. Das ist eine persönliche Entscheidungshilfe. Die Rechnung bestimmt weder den Marktwert des Pakets noch den angemessenen Preis jedes einzelnen Stücks.
Fiktives Beispiel: Die folgenden Beträge veranschaulichen die Rechnung. Es sind keine erhobenen Preise. Ein Paket mit 20 Kleidungsstücken kostet 24 CHF, dazu kommen angekündigte Versandkosten von 9 CHF. Insgesamt sind das 33 CHF, scheinbar also 1.65 CHF pro Kleidungsstück. Passen aber nur acht Stücke zu Grösse, Jahreszeit und deinen Bedürfnissen, sind es rund 4.13 CHF pro brauchbarem Stück.
Ein anderes Paket mit acht für dich passenden Stücken für 20 CHF und denselben Versandkosten von 9 CHF würde insgesamt 29 CHF kosten. Das entspricht rund 3.63 CHF pro brauchbarem Stück. Das zweite Paket ist pro angebotenem Kleidungsstück teurer, ergänzt deine Bedarfsliste aber günstiger.
Zur Einordnung der Versandkosten im Beispiel: Der Standardpreis für PostPac Economy bis 2 kg beträgt im Oktober 2026 9 CHF, bei höchstens 100 × 60 × 60 cm. Die Post gewährt 1.50 CHF Rabatt, wenn die Etikette über «Paketetiketten Schweiz», die Post-App oder einen My Post 24-Automaten erstellt wird. [1]
Was du für deinen Kauf tatsächlich bezahlst, hängt vom vereinbarten Versand und allfälligen weiteren Gebühren ab. Frage vor deiner Entscheidung nach dem Gesamtbetrag. Berücksichtige bei einer Abholung auch Weg und Uhrzeit: Gespartes Porto macht einen langen Umweg nicht automatisch praktisch.
Stelle die Fragen, die deine Entscheidung beeinflussen
Du kannst eine einfache Nachricht schreiben und sie an das Paket anpassen:
Hallo! Ich suche vor allem Pyjamas und Bodys in dieser Grösse. Könntest du mir die Anzahl der einzelnen Stücke, die Grössen auf den Etiketten und allfällige Mängel bestätigen? Ein Foto der ausgebreiteten Kleider wäre sehr hilfreich. Wie hoch wäre der Gesamtpreis mit Versand? Danke!
Interessieren dich nur einige Stücke, frage, ob das Paket aufgeteilt werden kann. Gehe aber nicht davon aus, dass die verkaufende Person zustimmt. Möchte sie alles zusammen verkaufen, vergleiche das ganze Paket mit anderen Angeboten. Du darfst ein Inserat auslassen, das besser zu einer anderen Familie passt.
Finanziere das Paket gedanklich auch nicht schon durch den Weiterverkauf der übrigen Kleider. Du kennst weder den später erzielbaren Preis noch den dafür nötigen Zeitaufwand. Betrachte einen Weiterverkauf als Möglichkeit, nicht als bereits abgezogenen Betrag.
Bereite nach der Ankunft vor, was ihr braucht
Vergleiche den erhaltenen Inhalt mit der aufbewahrten Beschreibung. Wasche die Kleider anschliessend gemäss ihren Pflegehinweisen und lasse sie vollständig trocknen, bevor du sie verwendest oder einräumst. Lege die aktuelle Grösse griffbereit hin. Bewahre auf Vorrat gekaufte Stücke so auf, dass du sie leicht wiederfindest.
Eine Aufbewahrung nach Grösse mit einer gut lesbaren Beschriftung genügt, um die vorausgekauften Stücke wiederzufinden. Prüfe den Vorrat vor dem nächsten Kauf: Er sollte sichtbar bleiben, damit du nichts doppelt kaufst.

Ein passendes Paket ist eines, dessen Nutzen du vor dem Kauf erklären kannst: ein klarer Inhalt, ein für dich akzeptabler Zustand und Gesamtkosten, die zu deiner Liste passen. Einige überflüssige Stücke dürfen dabei sein. Entscheidend ist, dass du sie bei deiner Entscheidung ehrlich berücksichtigst.
Loona bereitet eine Secondhand-Plattform für Babys und Kinder in der Romandie vor. Um über den Start informiert zu werden, kannst du dich auf die Warteliste eintragen.
Quellen
[1] La Poste — PostPac Economy et Encombrant Economy.